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„La Reveuse - Die Träumerin“
Am 16. Mai 2026 luden Anastasia Yauzrezava (Barocklaute, Theorbe) und Maria Scheu (Viola da Gamba) das Publikum ein, sich mit ihnen auf eine musikalische Reise durch Frankreich und Deutschland zu begeben und den Alltag für einen Moment hinter sich zu lassen.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Musik von Marin Marais. Als Hofmusiker am glanzvollen Hofe König Ludwigs XIV. erlangte er schon zu Lebzeiten Weltruhm. Marais war nicht nur ein virtuoser Gambenspieler, sondern hinterließ uns mit über 600 Werken und mehreren Opern einen unschätzbaren musikalischen Schatz. Seine Kompositionen lassen die Eleganz des französischen Barocks lebendig werden.
Ein weiterer Höhepunkt war das Werk von Ernst Gottlieb Baron, einem der bedeutendsten Lautenisten des Spätbarocks. Er wirkte an den großen Höfen Europas und fand schließlich seine Bestimmung am Hofe des preußischen Königs Friedrich II. Neben seiner Kammermusik ist er bis heute für sein wichtigstes Lehrwerk, die „Untersuchung des Instruments der Lauten“ (1727), bekannt. Anastasia Yauzrezava spielte seine klangvolle Sonate in F-Dur.
Abgerundet wurde das Programm durch Karl Friedrich Abel, einen deutschen Komponisten und gefeierten Gamben-Virtuosen. Abel verstand es wie kaum ein anderer, die Gambe singen zu lassen. Sein beeindruckendes Erbe umfasst zahlreiche Sinfonien und Konzerte. Maria Scheu präsentierte eine seiner filigranen Solo-Sonaten in G-Dur.

Anastasia Yauzrezava ist in Minsk geboren und aufgewachsen. Im Jahr 2009 erhielt sie Ihren ersten akademischen Grad an der Minsker Musikhochschule als klassische Gitarristin. Im Jahr 2014 schloss sie ihr zweites Studium an der Belarussischen Staatlichen Pädagogischen Universität ab, wo sie Musik- und Sozialpädagogik studierte. Ihre Konzerttätigkeit begann in Belarus, kurz vor ihrem Abschluss an der Pädagogischen Universität: Anastasia gründete zunächst ein Barockduett, dann ein Trio, mit dem sie in ganz Belarus Konzerte gab. Im Jahr 2017 gewann das Duo einen Preis bei einem internationalen Wettbewerb in Gomel (Belarus). Anastasia nahm auch als Gitarristin an vielen Projekten teil und nahm mehrere CDs als Session Musikerin, u.a. mit dem Hauptchor der Minsker Kathedrale auf. Sie nahm zudem an Meisterkursen von Musikern wie P.O`Dette, M.Gondko, A.Schlegel, M.Freimuth sowie an verschiedenen Orchester- und Ensembleprojekten teil. Dabei forcierte sie aber auch stetig eigene musikalische Projekte als Solo- und Ensamblemusikerin in ganz Deutschland. In 2022 graduierte sie als Lautenistin an der Hochschule für Künste Bremen (bei Prof. J.Held).
Maria Scheu wuchs im Stuttgarter Raum auf und kam als 7-jährige früh mit alter Musik, insbesondere Consortmusik in Berührung. Bis zum Abitur widmete sie sich unter der langjährigen Betreuung von Heike Hümmer intensiv dem Gambenspiel und zahlreichen kammermusikalischen Projekten. Seit 2016 lebt sie in Bremen, absolvierte dort zunächst ein Schulmusikstudium und ist seit 2023 mit dem Hauptfach Viola da Gamba Studentin der Hochschule für Künste in Bremen. Hauptfachunterricht sowie Consortspiel erhält sie von der weltweit renommierten Gambistin Prof. Hille Perl. In ihrem bisherigen Studium wirkte sie an vielfältigen Projekten mit, darunter Konzerte unter der Leitung von Detlef Bratschke, Mechthild Karkow und Maximilien Brisson sowie Manfred Cordes im Rahmen der Weser Renaissance Reihe. Neben ihrem Alte Musik Studium begeistert sie sich für moderne Chormusik, Klavierstücke der Romantik und Sologesang verschiedenster Epochen.